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2010 Killer - leider KEIN Patenhund

 

 

Als Dagmar die erschütternde Geschichte von “Killer” liest, ist sie schockiert und zornig über das Elend einer verstörten Hundeseele, hervorgerufen durch Grausamkeit und Gleichgültigkeit.

Umgehend setzt sie sich mit den Vermittlern in Verbindung, um eine Patenschaft zu übernehmen. Leider bringt dies keine Hilfe, da sich auch durch eine finanzielle Unterstützung die Situation für “Killer” in dem ungarischen Tierheim nicht ändern würde.

Allerdings ist “Killers” Situation nicht völlig hoffnungslos: Sollten sich ernsthafte Interessenten für die sehr ängstliche Hündin finden, könnte sie auf der sog. Swiss Ranch für die Vermittlung vorbereitet werden.

Leider gibt es keine “schönen” Bilder von ihr. Sie hat vor Menschen (noch) viel zu viel Angst, um sich fotografieren zu lassen.

 

 

Beate Dörsing, die zuständige Vermittlerin, schreibt:

Die Kategorie Die Vergessenen soll jenen Hunden gewidmet sein, die aus den unterschiedlichsten Gründen schon sehr lange im Tierheim sind und scheinbar kaum eine Chance auf ein Zuhause haben.

Nachdem wir mit der Unterstützung von diversen Vereinen, Tierheimen und nicht zuletzt unseren "Foris" schon viele Altinsassen aus dem Tierheim holen und ihnen in Deutschland eine neue Chance auf ein Zuhause geben konnten, bleiben dennoch immer ein paar Hunde zurück - sie gehören schon fast zum Inventar des Tierheims.

Wir möchten uns hier den Hunden widmen, die nicht deshalb im Tierheim sitzen geblieben sind, weil sie niemandem aufgefallen sind oder weil sie einfach zu unscheinbar sind oder weil sie nirgendwo ins "Beuteschema" passen, sondern deshalb, weil sie sich immer verstecken. Es handelt sich um ängstliche Hunde, traumatisierte Hunde, Hunde, die nie positiven Kontakt zu Menschen haben durften und Hunde, die misshandelt wurden. Ihnen allen gemein ist die große Angst vor Kontakt zum Menschen. Ihnen allen gemein ist, dass sie sich im äußersten Notfall auch zu wehren wissen. Es sind Hunde, die wir großteils gar nicht inseriert haben, weil sie in Ungarn das Prädikat "wild", "schnappig" und "unhändelbar" bekommen haben. Auch auf der ungarischen Homepage tauchen diese Hunde in der Regel nicht auf, sie landen in der Kategorie "unsichtbar" und sind nur über das Backend einzusehen.

Diese Hunde leben zum Teil schon seit vielen Jahren im Tierheim. Im Ganzen sind es grob geschätzt 3-4 Dutzend Tiere, die scheinbar keine Chance haben, für die es keinen Platz zu geben scheint. Wir wissen, dass es kaum geeignete Menschen für solche Tiere gibt. Wir wissen auch um die Verantwortung, die wir als Vermittler für jeden vermittelten Hund und eben auch seine Familie tragen. Und viele Hunde sind tatsächlich in ihrer momentanen Verfassung weder vermittelbar noch transportierbar.

Das ungarische Tierheimteam hat uns jetzt um Hilfe für diese Hunde gebeten, denn das Leben, das sie führen - geprägt von Angst, Schmutz, Trostlosigkeit, Trauer und Langeweile -, ist nicht wirklich lebenswert. Wir haben uns deshalb überlegt, dass wir immer mal wieder ein paar dieser Kandidaten doch vorstellen. Vielleicht findet der ein oder andere einen Platz auf einem Gnadenhof oder bei besonders erfahrenen und verantwortungsbewussten Menschen mit den entsprechenden benötigten Voraussetzungen. Vielleicht ist es möglich, diese Hunde für eine gewisse Zeit zur Resozialisierung auf der Swiss Ranch unterzubringen, um sie dann nach Deutschland reisen zu lassen. Die Swiss Ranch ist allerdings nur eine Option, wenn die Hunde, sobald sie transportfähig sind, tatsächlich ausreisen können und übernommen werden. Sonst sitzen am Ende lauter resozialisierte, eigentlich vermittelbare Hunde auf der Ranch, für die sich doch keiner interessiert, wie aktuell unser Tivadar.

Wir hoffen, dass wir mit dieser überarbeiteten Kategorie der Vergessenen das ein oder andere Hundeschicksal doch noch in eine positive Richtung ändern können. Mit Ihrer Hilfe.

Killer gehört leider auch zu den bewusst vergessenen Hunden. Sie ist schon genauso lange im Tierheim wie Vuk, ist aber bisher noch nie irgendwo inseriert gewesen. Sie "mag Menschen nicht", wehrt sich im Zweifel auch, wenn sie glaubt, dass man ihr ans Leder will, hat aber eigentlich nur einen riesen Haufen Angst.

Es ist leider eine Unsitte in Ungarn, nicht ganz einfachen Hunden Namen wie Killer, Lucifer, Diabolo, Satan usw. zu geben, um ihre vermeintliche Gefährlichkeit noch zu unterstreichen. Dass das Wort “Killer” keinen wirklich positiven Geschmack im Mund hinterlässt, dürfte dabei klar sein. Niemand will einen Killer als Hausgenossen.

Killer war bisher nicht inseriert, weil man sie eigentlich für unvermittelbar hält. Und weil es doch so viele nette, einfache Hunde gibt, die eine Chance verdient haben. Aber hier, mit der neuen Kategorie der Vergessenen, hat Killer ihre Sparte gefunden und bekommt zumindest ein bisschen mediale Aufmerksamkeit. Kaufen kann sie sich davon zwar nichts, aber es erhöht ihre Chance, dass jemand ganz besonderes ihre Anzeige anklickt und vielleicht, ganz vielleicht... Naja. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

 

 

Dezember 2010

“Killer” heißt jetzt Leni und ist seit 02.10.2010 in Deutschland auf Pflegestelle bei Manuela Eichmann, Tierschutzverein Sorgenfelle e.V.

 

 

Fotos und Text mit freundlicher Genehmigung der Pfotenhilfe Ungarn und des TSV Sorgenfelle

 

 

© 2002-2012 Beagle Balu | aktualisiert: 20.04.2012